Imogen Rose ist die Autorin der Bestseller-Reihe »Die Portal-Chroniken«, die sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen Kultstaus im Bereich der Indie-Literatur erreicht hat. Ihren ersten Roman veröffentlichte sie 2010. Inzwischen ist sie hauptberuflich als Schriftstellerin tätig und arbeitet gerade an »The Bonfire Chronicles«, ihrer zweiten Buchreihe für jugendliche Leser.

Imogen wurde in Schweden geboren und zog für ihr Studium der Immunologie nach London, das noch heute eine ihrer Lieblingsstädte ist. Nach ihrer Promotion am Imperial College siedelte sie 2001 mit ihrer Familie in die USA nach New Jersey über. Imogen ist ein selbstbekennender Hermès-Fan und gibt offen zu, dass sie Kurt Cobain vergöttert. Sie liebt Shopping, Reisen, Filme und das Zusammensein mit ihrer Familie, ihren Freunden und Tallulah, ihrem Chihuahua.



Ein Interview mit Imogen Rose

 

Erzählen Sie uns doch erst einmal etwas über sich.

Ich bin Wissenschaftlerin, Mutter und eine Träumerin. Ich bin in Schweden geboren, in Oskarshamn, einer kleinen Stadt in Schweden. Nachdem ich Grease gesehen hatte, fing ich an, für John Travolta und die USA zu schwärmen. Ich dachte, es müsste toll sein, in den Vereinigten Staaten zu studieren, und das war es auch. Dort habe ich zwar meinen JT nicht gefunden, aber seltsamerweise einen rothaarigen Schotten, den ich geheiratet habe und mit dem ich nach Schottland gezogen bin. Dann bin ich nach London gezogen, habe meinen Hochschulabschluss gemacht und ein Kind bekommen, und danach bin ich nach New Jersey gezogen, in das Land von Housewives und Snooki. Könnte sich ein Mädchen etwas Besseres wünschen?


Was hat Sie dazu inspiriert, Portal zu schreiben?

Ich war schon immer ein Geschichtenerzähler (wahrscheinlich sind die meisten Eltern das) und habe mir Gutenachtgeschichten und andere Traumwelten ausgedacht, um meine Kinder zu unterhalten (ich habe immer so getan, als würde im Schuppen des Nachbarn ein Nilpferd leben, um meine jüngere Tochter bei Laune zu halten). Seit meine Mutter während einer Herzoperation unerwartet gestorben ist, habe ich ständig von Menschen und Situationen aus meiner Vergangenheit geträumt. Die Träume sind in meiner Vorstellung zu seltsamen kleinen „Movie-Clips“ verschmolzen, die erst angefangen haben Sinn zu ergeben, als ich sie für meine jüngere Tochter fiktionalisiert habe. Sie hat meine kleinen Geschichten schon immer geliebt. Mit ihrer Frage “Was passiert als Nächstes?” hat sie mich angespornt, die Geschichte zu vervollständigen und weiterzuschreiben. Meine Tochter hat immer alles, was der Drucker ausgespuckt hat, gelesen und war so begeistert, dass ich weitergemacht habe… und daraus ein Roman entstanden ist.


Ich liebe die Zeile „Komm und finde mich vor zwei Jahren.“ In diesem Moment hatten Sie mich gepackt. Wie sind Sie darauf gekommen?

Also, das ist eine sehr persönliche Geschichte, die eines Tages bei einem Glas Champagner und Pralinen erzählt werden wird…


Wie viel von Ihrem „realen Leben“ nehmen Sie beim Schreiben Ihrer Geschichten auf?

Mit jeder Geschichte, die ich schreibe, weniger und weniger. In meinem ersten Buch, Portal, steckt viel von „mir“. :) Große Teile von mir spiegeln sich in Olivia wider, ebenso finden sich Teile in Arizona. Olivia ist so, wie ich war, nachdem meine Mutter gestorben war. Es war für mich ein Moment, der mein Leben verändert hat, wegen dem ich mich nach einem Portal gesehnt habe.


Was von dem, was Sie durch die Veröffentlichung Ihrer Bücher gelernt haben, hat Sie am meisten überrascht?

Ich war überrascht zu erkennen, dass ich eine kompetente Geschäftsfrau bin. Für mich besteht Indie-Publishing aus 10 % Schreiben und 90 & Marketing. Ich hatte überhaupt

keine Geschäftserfahrung (ich komme aus der Wissenschaft) und musste mich der Aufgabe stellen, meinen eigenen Verlag zu führen, in dem mein Erfolg nicht nur von meiner Schreiberei, sondern auch von erfolgreichem Marketing abhängt.


Ist Ihnen jemals ein Vertrag von einem traditionellen Verlag angeboten worden? Würden Sie den traditionellen Weg überhaupt in Betracht ziehen?

Ja, mir sind ein paar Angebote gemacht worden. Jedes Angebot wird von mir geprüft und ich würde es definitiv auf traditionellem Weg versuchen, wenn die Konditionen stimmen.


Hören Sie von Ihren Lesern? Welche Fragen werden Ihnen gestellt?

Ich habe das Glück, fast täglich von meinen Lesern zu hören. Meistens werde ich nach den Erscheinungsdaten neuer Bücher gefragt, oder nach der Reihenfolge, in der sie meine Bücher lesen sollten.Was wollten Sie als Kind mal werden?

Die meisten Leute glauben, dass ich jetzt Filmstar oder Modell sage, aber ich wollte Rennfahrerin werden.


Was machen Sie, wenn Sie eine Schreibblockade haben?

Das einzige Mal, als ich eine Schreibblockade hatte, war, als ich mich hingesetzt hatte um mein neuestes Buch zu planen (Integration). Es hat nur ein paar Minuten gedauert und war eine furchteinflößende Erfahrung. Es war so, als hätten sich alle meine Charaktere plötzlich vor mir versteckt. Normalerweise finde ich es leicht, sie einfach das Kommando übernehmen zu lassen, was sie immer tun, außer bei diesem einen Mal.


Welches ist ihr Lieblingsbuch und warum?

Mein neuestes Buch ist immer mein Lieblingsbuch, weil ich immer an einem Punkt aufhöre, an dem ich unbedingt wieder anfangen will. Die Charaktere sind in meiner Vorstellung so präsent, dass ich sie praktisch selbst lebe. Vor ein paar Tagen war ich geschockt über das, wie es mit Cordelia weitergeht, und kann kaum abwarten mehr herauszufinden. Abgesehen davon habe ich in meinem Herzen einen ganz besonderen Platz für die „Portal-Chroniken“, weil diese Geschichte mir und dem Menschen, der ich bin, sehr nahekommt.


Bei welchen alltäglichen Beschäftigungen haben Sie die meisten Einfälle für Handlungsstrukturen und -wendungen? Ich meine, gibt es eine alltägliche Situation, die ihre Fantasie mehr als alle anderen stimuliert?

Ja… entweder bin ich dabei im Halbschlaf, kurz bevor ich morgens aufstehe, oder ich bin unter der Dusche.


Wie lange dauert es, bis Figuren auf dem Papier Gestalt annehmen? Ist es so, dass Sie denken/träumen und sofort über sie schreiben, oder treiben die Figuren in Ihrem Kopf dahin, bis Sie sie in einer Geschichte brauchen?

Sie köcheln so vor sich hin, irgendwie im Unterbewusstsein, glaube ich, und dann erscheinen sie plötzlich, wenn ich tippe. Es ist schwierig zu beschreiben. Ich weiß wirklich nicht genau, was von Seite zu Seite passieren wird oder wer auftauchen wird.


Erzählen Sie uns von Ihrer nächsten Veröffentlichung.

Ich arbeite an Fusion, dem fünften Buch der „Portal-Chroniken“, das Weihnachten erscheinen wird. Außerdem lasse ich einige meiner Bücher ins Deutsche, Spanische, Französische und Japanische übersetzen. Mit den Übersetzern zu arbeiten war eine erstaunliche Erfahrung, und ich kann meiner deutschen Übersetzerin, Jutta Hildebrand, nicht genug dafür danken, dass Sie die deutsche Ausgabe von Portal verwirklicht hat.


Short Bites:

Elvis oder die Beatles? Aus dieser Ära ist Mick Jagger der Richtige für mich ... darf ich die Rolling Stones wählen?

Schokolade oder Vanille? Schokolade

Lieblingsbuch? 1984 von George Orwell

Lieblingsfarbe? Lila

Lieblingsort? London

Lieblingsgegenstand? Mein MacAir

Was tun Sie, wenn Sie frei haben? Einkaufen!

Ihr kleines sündiges Vergnügen: Fernsehserien für junge Erwachsene... Die sehe ich mir alle an! Gossip Girl, Teenwolf, Pretty Little Liars, The Secret Circle, The Lying Game, Vampire Diaries


Wovon können Sie im Augenblick nicht genug bekommen (damit ist nichts gemeint, das mit Büchern oder Schreiben zu tun hat)? Stephen Webster Schmuck. Ich habe mit dieser Macke vor ein paar Jahren angefangen und bin immer noch dabei. Meine letzte Errungenschaft ist ein geschwärzter Nietenring.


Drei Dinge, die Sie unbedingt mit auf eine einsame Insel nehmen würden. Mein iPhone, mein Glätteisen, und einen tollen Typen.